stella anthroposophica
  Carl Unger
 


Carl Theodor Unger (* 28. März 1878 in Cannstatt bei Stuttgart; † 4. Januar 1929 in Nürnberg) war ein deutscher Maschinenbau-Ingenieur, Theosoph, Anthroposoph und Autor anthroposophischer Werke.

Leben und Werk

Kindheit, Ausbildung, Beruf und Ehe

Unger wurde als drittes von vier Kindern von Julius Saul Unger (1837–1909) und Henriette Elise Unger geb. Mannheimer (1851–1932) geboren. Er wuchs in einer jüdischen Familie mit gelehrter Tradition auf, wurde jedoch atheistisch erzogen. Sein Großvater war der Erfurter Mathematik-Professor Ephraim Salomon Unger (1789–1870), sein Vater war Bankier. Nach dem Besuch des humanistischen Gymnasiums in Cannstatt, das er 1896 mit dem Abitur abschloss, erlitt er während seines einjährigen Militärdienstes 1897 durch einen Kameraden beim Militär eine lebensgefährliche Schussverletzung. Im Herbst 1898 begann er an der Hochschule für Technik Stuttgart Maschinenbau zu studieren und promovierte am 27. Juli 1904.

Am 1. Oktober 1906 gründete er mit finanzieller Unterstützung seines Vaters eine Fabrik zur Herstellung von Präzisions- Schleifmaschinen. 1907 heiratete er Auguste Arenson (* 1886), aus der Ehe gingen vier Kinder hervor.

Als Theosoph

Im Oktober 1903 trat er der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft (DSdTG) bei und wurde damit Mitglied der Theosophischen Gesellschaft Adyar (Adyar-TG). Im Februar 1904 hörte er erstmals einen Vortrag Rudolf Steiners, damals Generalsekretär der DSdTG, der großen Eindruck auf ihn machte und fortan seinen Lebensweg bestimmte. Ende 1904 wurde er in der ebenfalls von Steiner geleiteten Esoterischen Sektion der Theosophischen Gesellschaft in Deutschland zugelassen. Von Steiner aufgefordert, hielt er im Mai 1907 auf einem Theosophischen Kongress in München einen theosophischen Vortrag, woraufhin er in den folgenden Jahren mehrere hundert weitere Reden über diesen Themenkreis in Deutschland und der Schweiz hielt. 1908 folgte die Berufung in den Vorstand der DSdTG, wo er eng mit Steiner und dessen späterer Frau Marie von Sivers zusammenarbeitete.

Als Anthroposoph

Die Jahreswende 1912/13 brachte die Trennung der DSdTG von der Adyar-TG und die Gründung der Anthroposophischen Gesellschaft. Unger folgte der Richtung Steiners und wurde Anthroposoph. Neben Marie von Sivers und Michael Bauer übernahm er den Vorsitz und investierte in den folgenden Jahren viel Zeit und Energie in den Aufbau der neuen Organisation. 1914 und 1915 war er administrativer Leiter beim Bau des Goetheanums in Dornach. In ihrem gemeinsam verfassten Testament vom 18. März 1915 setzten Rudolf und Marie Steiner Carl Unger als ihren Testamentsvollstrecker ein. Im Falle des gleichzeitigen Todes der beiden Erblasser wurde ihm auch die Verfügung über den schriftstellerischen Nachlass Steiners übertragen.

Carl Unger schloss sich mit hohem Engagement der nach 1919 aufblühenden Bewegung für soziale Dreigliederung an. Als einer der Ersten überschrieb er seine gut gehende Fabrik mit damals 120 Beschäftigten der Gesellschaft Der Kommende Tag AG, einer nach Dreigliederungsideen organisierten Assoziation verschiedener Wirtschaftsunternehmen.

Als er am 4. Januar 1929 in Nürnberg einen öffentlichen Vortrag zum Thema „Was ist Anthroposophie?“ hielt, wurde er Opfer eines Attentats. Der psychisch kranke Täter Wilhelm Krieger war ebenfalls Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft, glaubte von einer „Wesenheit“ besessen zu sein und beging, angeblich von dieser getrieben, die – wohl eher antisemitisch motivierte – Mordtat durch drei Pistolenschüsse auf das Opfer.

Astrologische Kurzbetrachtung

Auch bei Carl Unger, liegt leider keine Geburtszeit vor, so dass hier, wie in anderen Beispielen auf dieser Web-Seite auch, zurückgegriffen wurde auf die bewährter Methodik der „BTF“ – Birth-Time-Formel. Aus diesem Grunde befindet sich der Aszendent  Im Tierkreiszeichen Stier und dass Medium Coeli im Steinbock. Signifikant ist die Tatsache das, wenn wir den Lebenslauf Ungers betrachten, es mit einem Menschen zu tun haben der sich auf schicksalhafter Weise ein paar mal mit Gewalttätigkeiten auseinander setzen musste. Während seiner Militairzeit wurde er von einem Kameraden versehentlich  durch eine in seinem Herzbeutel stecken gebliebene Kugel lebensgefährlich verletzt.  Am 04. Januar 1929, kurz bevor er in Nürnberg einen Vortrag halen sollte, wurde er kaltblütig von dem geistig verwirrten Wilhelm Krieger erschossen. Darüber am Ende dieser Ausführung mehr.

 



Zuerst soll aus astrologischer Sicht angeschaut werden was für einen Menschentyp Carl Unger gewesen sein mag. Als Grundlage für diese Analyse dient auch hier wiederum die von mir entwickelte AUM-Horoskop-Methode welches sein Ursprung teils  in den theoretischen Überlegungen von  von Dr. G. Wachsmuth (s. „Kosmische Aspekte von Geburt und Tod, Philosophisch-Anthroposoophischer-Verlag am Goetheanum, 1956) findet.

Demnach ist Urbild III / (Widder/Waage- Krebs/Steinbock-Kreuz) das dominante Urbild: Das Urbild III zeigt die Spitze des dreieck nach unten, was darauf hinweisen soll das die Anlage überwiegend in und auf die Erde gerichtet ist, was ebenfalls die Orientierung auf die materiellen Werte versinnbildlicht. Imagination: Im psychischen Bewusstsein, auch Imagination oder Äthersehen genannt, vereinigt sich das Bilder-Bewusstsein des alten Mondes mit dem gegenwärtigen Gegenstands-Bewusstsein auf höherer Ebene. Es entsteht dadurch ein selbstbewusstes Bilderbewusstsein, das der Mensch auf dem neuen Jupiter haben wird, der als nächste Verkörperung unseres Planetensystems der jetzigen Erdentwicklung folgen wird. Die Imagination ist eine Art des vollbewussten, nicht traumhaften Hellsehens. Das imaginative Bewusstsein beginnt dann aufzuleuchten, wenn sich die Erlebnisse des Astralleibs im Ätherleib abbilden und durch letzteren in Form beweglicher Bilder ins Bewusstsein zurückgeworfen werden. Seelisches Wahrnehmungsorgan für die Imaginationen ist vor allem die zweiblättrige Lotosblume über der Nasenwurzel   (Lit.: GA 115, S.54).


Das Prinzip des Wollens steht Zentral bei Menschen mit diese Veranlagung. Ausprägungstendenz: Kardinal: 
Wesen der kardinalen Zeichen ist ihre Energie, Impulse zu setzen. Menschen, die kardinal veranlagt sind, zeigen viel Anfangsinitiative bei einem Neubeginn, sind aber nicht ausdauernd. Ihre Energie verläuft vielmehr schubweise. Ruhephasen zur Erholung führen dabei stets im Wechsel dann dazu, dass wieder volle Vitalität und Kraft vorhanden sind. Dementsprechend müssen kardinal disponierte Menschen Raum haben, um ihre Ideen entfalten zu können. Sie sind gute Führungspersönlichkeiten, aber völlig ungeeignet für automatisierte Routinearbeit oder für Feinausarbeitungen. Im Gegensatz sind sie sehr dynamisch und zielstrebig. Aktivität, Tatkraft, Unternehmungslust, Ehrgeiz, Bestimmtheit, Wagemut und Entscheidungsfreudigkeit kennzeichnen sie. Kardinal bestimmte Menschen sind im Gegenzug aber nicht spannungsfrei

 

Schauen wir die einzelnen Analysen an, aus denen der Durchschnittswert und damit das führende Urbild III berechnet wurde:

 

CosmoSinus : X Der zum Kosmos und zur Erde orientierter Mensch. In dieses Urbild (II) überwiegt die für die Inspiration offene Seelenhaltung, welche die Umwelt in sich hineinnimmt, das Erleben derselben im Menschen selbst ins Bewusstsein hebt, als Vermittler von Mensch und Welt wirksam ist.

 

Circadiane Atmung: Dominant: Der nach dem Kosmos orientierter Mensch. Diese Analyse basiert auf die Position des 6. Haus ( das Haus der unbewussten Ich-Sphäre) im Horoskop. (Hier in Waage: X)

Damit begint in haus 1 des Horoskops das Urkreuz II /X . Die darauf folgenden Häuser erhalten damit in der Reihenfolge Urbild I, Urbild II und Urbild III die entsprechende Symbole. Demzufolge hat Haus II  hier das Pfeil-Symbol nach Unten gerichtet und Haus 3 dass Pfeil-Symbol  nach Oben gerichtet, usw. Die Circadiane Atmung oder die Atmung „über den Tag verteilt“ ist als Individuelle Atmungsrhythmus des Horoskopeigners anzusehen.

 

Die Tierkreis-Analyse ergab ebenfalls eine Dominanz des Urbildes X, wobei sich herausstellte das dass Tierkreiszeichen Stier am stärksten besetzt war. Dass Tierkreiszeichen Stier wird von Rudolf Steiner aus geisteswissenschaftliche Betrachtung mit dem Rationalismus gleichgestellt:

Der Rationalismus: (von lateinisch ratio – Vernunft bzw. Verstand, abgleitet von radix, Wurzel) ist eine der 12 grundlegenden Weltanschauungen, von denen Rudolf Steiner spricht, und vertritt, im Gegensatz zum Irrationalismus, den erkenntnistheoretischen Standpunkt, dass die Wirklichkeit - zumindest prinzipiell - vollständig und ohne Rückgriff auf emperische Daten alleine durch den kombinierenden Verstand ergründet werden kann. Die Gegenposition dazu ist der Empirismus, für den alle Erkenntnis auf Erfahrung beruht. Als Begründer des modernen Rationalismus gilt Rene Descartes.

"Es kann sich aber einer nun überlegen und dann, nachdem er Mathematizist gewesen ist, sich sagen: Das kann kein Aberglaube sein, daß die blaue Farbe soundso viele Schwingungen hat. Mathematisch ist nun einmal doch die Welt angeordnet. Warum sollten, wenn mathematische Ideen in der Welt verwirklicht sind, nicht auch andere Ideen in der Welt verwirklicht sein? Ein solcher nimmt an: Es leben doch Ideen in der Welt. Aber er läßt nur diejenigen Ideen gelten, die er findet, nicht solche Ideen, die er von innen heraus etwa durch irgendeine Intuition oder Inspiration erfassen würde, sondern nur die, welche er von den äußerlich sinnlich-realen Dingen abliest. Ein solcher Mensch wird Rationalist, und seine Weltanschauung ist Rationalismus. - Läßt man zu den Ideen, die man findet, auch noch diejenigen gelten, die man aus dem Moralischen, aus dem Intellektuellen heraus gewinnt, dann ist man schon Idealist. So geht ein Weg von dem grobklotzigen Materialismus über den Mathematismus und Rationalismus zum Idealismus." (Lit: GA 151, S 39)

Mit der Terra-Respiratio-Analyse wurde die Dominanz des Urbild I festgestellt. Mit diesem Verfahren kann heraus gefunden werden  wie die Atmungskräften der Erde Äquinoktal (Ausgleichend) oder Solstitutionär (Ausströmend oder Einströmend) im Verhältnis zu den Planeten und sensitiven Punkten verteilt sind.

Der dreigliedrige Mensch-Analyse ergab eine Dominanz des Urbilds I damit wurde wiederum festgestellt dass der Mehrzahl der Planeten und sensitiven Punkten in diesem Bereich positioniert waren. Gleichzeitig zeigt das Ergebnis das dass Nerven-Sinnes-System  führend ist.:  Das Nerven-Sinnessystem ist der höchstgelegenen Teil des dreigliedrigen menschlichen Organismus. Es ist hauptsächlich im Kopf zentriert und bildet das physische Werkzeug für die sinnliche Wahrnehmung, das Vorstellen und das Denken. Es gibt dem Menschen die Grundlage für sein waches Tagesbewusstsein, mit dem er die sinnliche Welt erfasst.

Die Wesenglieder-Analyse ergab eine starke repräsentanz des Ichs. (s. dazu auch weiter unten die Yin und Yang-Verhältnisse) Das Ich im Menschen, in der indisch-theosophischen Tradition annähernd als Kama-Manas bezeichnet, worunter aber mehr das im Egoismus verhärtete niedere Selbst, das Ego, verstanden wird, ist das höchste der vier grundlegenden Wesensglieder des Menschen und zugleich sein geistiger Wesenskern und die Quelle des Ich-Bewusstseins. Im Ich-Erleben empfindet sich der Mensch als unteilbare Ganzheit, als Individualität oder Monade, die den bestimmenden Mittelpunkt seiner irdisch verkörperten Persönlichkeit bildet und von hier aus die Seelenkräfte des Denkes, Fühlens und Wollens leitet. Die Monade enstammt dem Nirvanaplan (Lit.: GA 093a, S.125f).

Danach folgen der Astralleib, der Physische Leib und der Ätherleib.

Rudolf Steiner unterscheidet zunächst 4 grundlegende Wesenglieder des Menschen und geht damit über die heute gängige Anschauung, die nur den physischen Leib gelten lassen will, weit hinaus. Diese und die höheren seelischen und geistigen Wesenglieder entfalten sich in Siebenjahresperioden.

Die drei leiblichen Wesensglieder wurden bereits auf den der Erde vorangegangenen planetarischen Weltenentwicklungsstufen verlangt. Auf der Erde kam dann das Ich hinzu.

"Wir haben die Menschheitsentwickelung verfolgt durch die Saturn-, Sonnen- und Mondentwickelung hindurch und stehen jetzt innerhalb der Erdenentwickelung. Wir wissen, daß diese drei Stadien der Menschheitsentwickelung der Ausbildung des physischen Leibes, des Atherleibes und des Astralleibes des Menschen entsprechen und daß wir jetzt innerhalb der Erdenentwickelung stehen, die da bedeutet die Ausbildung des menschlichen Ich, soweit eben dieses Ich als ein Glied der menschlichen Wesenheit ausgebildet werden soll. Von den verschiedensten Gesichtspunkten aus haben wir diesen Menschen als ein Ich charakterisiert, das von drei Hüllen umschlossen ist: von der astralischen Hülle, entsprechend der Mondentwickelung, von der ätherischen Hülle, entsprechend der Sonnenentwickelung, und von der physischen Hülle, entsprechend der Saturnentwickelung.

Die C:G. Jung-Typisierung: Carl Unger entspricht nach diese Analyse den LA-Typ:

Der gelöste Außenmensch

Der gelöste Außentyp ist von natürlicher Wesensart, stellt sich rasch auf alle Gegebenheiten der Außenwelt ein, reagiert locker und situationsangepasst und kommt schnell in Kontakt mit anderen Menschen. Er setzt sich aufgrund seiner intellektuellen Beweglichkeit durch und vermag die Mitmenschen über die eigene Anpassungsfähigkeit willensmäßig zu dirigieren.
Mit dem LA-Typ ist gleichzeitig der Sanguinische Menschentyp verbunden: Der Sanguiniker (von lateinisch: sanguis = Blut) ist nach der Temperamentenlehre des Hippokrates von Kos ein „leichtblütiger“, heiter und lebhafter Mensch, der oft zu einer gewissen Oberflächlichkeit neigt, sich aber anderseits durch seine vielseitigen regen Interessen auszeichnet. Sein Schritt ist tänzelnd, die Gestik luftig bewegt. Dem Sanguiniker ist das Luftelement zugeordnet und von den Farben vor allem das strahlende, heitere Gelb. Sanguiniker neigen oft zu Atemwegs- bzw. Lungenerkrankungen. Von den vier Wesensglieder dominiert beim Sanguiniker der Astralleib.

Die YIN/Yang-Verhältnise: Bewusst: 64 % - Unbewusst: 36%, Ich-Seite: 80%, Du-Seite 20%.

1897 - Die Schussverletzung

Aus den mir vorliegenden (leider spärlichen) biographischen Informationen geht hervor dass sich Carl Unger nach seinem Abitur (1896), mehrere Monate bei Verwandten  in London aufhielt. Nach heutigen Maßstäben könnte Unger dass Abitur im Monat Mai etwa bestanden haben und ist dann, kurz darauf nach London gereist um dort „einige Monate“ zu verbleiben. Danach würde er für ein Jahr im Militair einberufen. Demzufolge darf man davon ausgehen dass er auf jedenfall im Jahr 1897 im Militairdienst war. Mit einem Horoskop der auf das Jahr 1897 ausgerichtet worden ist soll der Versuch einer astrologischen zeiträumlichen Rekonstruktion gemacht werden. Besondere Hinweise gibt es, wir werden dass auch im Todeshoroskop sehen, wenn wir den Uranus besonderer Aufmerksamkeit zukommen lassen. Bevor wir  uns aber an den Aspekten  für dass Jahr 1897 heranmachen, lohnt es sich doch noch mal in das Geburtshoroskop zu blicken. Es dürfte bekannt sein, dass nicht nur jedes Tierkreiszeichen, sondern auch jeder Tierkreisgrad mit dem menschlichen Körper verbunden ist. Unger wurde in den Herzbeutel getroffen. Dass Tierkreiszeichen Löwe hat aus astromedizinischer Sicht mit der Region des Herzens zu tun. Wenn wir nun im Geburtshoroskop Carl Ungers im Tierkreiszeichen Löwe schauen, stellen wir fest das auf 25° Löwe der Uranus positioniert steht, was nach der Organuhr der anatomischen Entsprechungen, von Fritz Brandau der Gradpunkt ist welcher mit dem Herzbeutel zusammenhängt (!) Uranus ist immer verbunden mit plötzlichen Zwischenfällen. Dieser Gradpunkt wollen wir uns für die Analyse des Unfallhoroskops merken.


In der Regel ist es so, dass bei derartigen Geschehnissen nicht auschliesslich ein bestimmter Planet als Auslösungsfaktor gelten muss. Ich konnte feststellen das im Jahr 1897 über einen längeren Zeitraum, eine Konjunktion zwischen Uranus und Saturn stattfand. Diese Konjunktion bahnte sich ab Oktober 1896 bereits an während es sich ab etwa November 1997 etwas löste und Saturn danach seinen Weg im Tierkreis schütze verfolgte. Mein Anliegen war es nun heraus zu bekommen wann Uranus und Saturn noch im Skorpion eine Konjunktion hatten und gleichzeitig ein nahezu exaktes Spannungsbild mit den Geburtshoroskop-Uranus von Carl Unger ab gaben. Ich wählte dafür den 01. Juli  1897 nach dem ich feststellte dass an diesem Tag, um etwa 14:56 Uhr diese Konjunktion am nächsten an das Spannungs-geladene Quadrat herankam.  Eher als Zufallsprodukt ist nach dieser astrologischer Planetenschiebung auch sichtbar dass dieser Transit-Konjunktion der zwei Langsamläufer  eine Opposition zum Aszendenten hervorbrachte! Und, was ausserdem Bemerkenswert ist, der Mars/t war exakt in Konjunktion mit dem Geburts-Uranus von Carl Unger! Dass sind also Konstellationen die ein hohes Potenzial an Unfallsubstanz in sich tragen, wobei wir uns daran Erinnern möchten dass dies der anatomische Punkt des Herzbeutels war!

Dass bedeutet also, dass wir eine Konjunktion von Uranus/t mit Saturn/t: vorliegen haben, was inhaltlich verbunden ist mit Erregung, Spannung, Gewaltanwendung (gewollt oder ungewollt) und Eingriffe in das Schicksal. In Opposition zum Aszen-denten/r: In schwierige Verhältnisse hineingestellt sein, Seelisches Leid mit anderen erleben. Im Horoskop sind ausserdem die entspannten Verhältnisse (Blau) angegeben, sodass dieser  Unfall nicht zu einen Trauerfall wurde. Der Saturn/r (in Fische) hatte zu diesem Transitduo ein günstiger Aspekt was die Möglichkeit für Carl Unger letzendlich  öffnete, zwar einen schweren Lebenskampf überwinden zu müssen, aber in der Lage war Kraft zum Durchhalten erhielt, ja er möglicherweise, es mag absurd klingen, sogar stärker als zuvor aus diese schwere Krise herauskommen konnte. Die Transitkonjunktion hatte, wie bereits besprochen eine Spannungs-Verbindung mit dem  Geburts-Uranus: Damit können wir  getrost die bereits genannten Konstelllationen der Transit-Planeten Saturn und Uranus unterstreichen. Aber wir wissen, auch der Mars/t griff in diese gesamte Konstellation ein und natürlich haben wir hier den Unfallauslöser vor uns! Mit saturn/t können wir reden von schädigender Energie, gehemmte oder zerstörte Lebenskraft, Kraftproben, Ziehen wir, was wir ja müssen, den Uranus/t hinzu, stellen wir fest das wir es mit einen plötzlichen Unfall, mit das eingreifen höherer Gewalt, eine blutige Verletzung bassierend auf eine aufregende Handlung zu tun haben. In dass Gesamtbild passt auch das Vulkanus beteiligt war durch sein Quadrat zu Uranus/r – Mars/t: überraschender starker Krafteinsatz, gewaltiger explosionsartiger Zusammenstoß. Große Gefahren, Verletzungen oder Gewaltakten ausgesetzt sein. Desweiteren stellt diese Konstellation auch der arztlicher Eingriff, also eine Operation dar. Welcher Aspekte gab es noch? Die Geburtsonne Ungers wurde von Zeus/t angegriffen: Da Zeus die höhere Oktave van Uranus ist, kann man sich vorstellen mit welcher Wucht sich dieser Unfallschuss auf dem Körper und dem Herz von Carl Unger ausgewirkt haben muss.

Mit dem Aszendenten/t (Skorpion) in Opposition zum Neptun/r kommt die Frage auf ob Carl Unger überhaupt in der Lage war die Situation frühzeitig zu Erkennen? Bekanntlich ist Neptun der Planet der Täuschungen und Enttäuschungen Abschließend ist sichtbar dass an diesem Tag die Sonne/r mit Sonne/t im Spannungsaspekt gestanden haben: Ein Tag der ohnehin ungünstig für die Gesundheit war und sich, wie sich herausgestellt hat erheblich nachteilig auf ihm auswirken sollte. Wir sehen an diesem astrologischen Beispiel, dass Hinweise auf Gewalttätige Eingriffe (wie auf vielerlei anderen Lebensereignissen auch) bereits im Geburtshoroskop „verankert“ sind. Im späteren Leben werden sie in irgendeiner Form  zum Ausdruck gebracht oder in diesem Fall durch bestimmte Planeten-Konstellationen ausgelöst werden. Dennoch, der Spruch der auch von Thomas v. Aquin in seiner kosmologischen Aufffassung vertreten wurde: "Astra Astra inclinant, non necessitant", "die Sterne machen geneigt, doch sie zwingen nicht" dürfte bekannt sein.  Hier, und auch in der nachfolgenden Ausführung über dass tödlicher Attentat, zeigen die Sterne aber, wie sehr sie doch mit dem Schicksal der Menschen verbunden sind!

Das Attentat auf Carl Unger

Im Teil der astrologischen Veranlagungs-Kurzbetrachtung  war ich bereits ganz kurz auf dass Attentat auf Carl Unger eingegangen. Ich möchte aber an diese Stelle etwas mehr dazu sagen.  Im Geburtshoroskop ist eine gewalttätige Einwirkung auf Ungers Leben bereits festzustellen. Am Aszendenten im Stier, also im ersten Haus positioniert, sehen wir neben Pluto auch Mars stehen: Aus astrologischer Sicht besteht hier also eine Verbindung mit gewalttätigen Auseinandersetzungen. Damit sind Aggressionen, verknüpft mit vehementen Wandlungen, ja Todesgefahr für eine Person mit dieser Konstellation angezeigt. Andererseits kann man vermuten das, im positiven Sinne, Carl Unger in der Lage gewesen sein muss außergewöhnliche Kräfte zu entfalten und ein Übermaß an Selbstvertrauen und Arbeitswut gehabt haben könnte. Unser Augenmerk soll aber auf dass Attentat liegen.

Verschiedene Kurzbiographien über Carl Unger berichten also davon das er, kurz bevor er einen Vortrag in Nürnberg halten sollte, ein Attentat zum Opfer viel. Wie bei den Geburtsdaten liegt für dieses Attentat keine exakte Tatzeit vor. Auch für dieses Ereignis habe ich deshalb wieder auf die Geburtszeitformule zurückgegriffen und wiederum zeigt diese Methode die Daseinsberechtigung: An diesem Tag, und zu der Stunde der mit der Formel erzielt wurde: 14:56 MEZ/BFT (geburtsFormelZeit) ist Sichtbar dass nicht nur der Aszendent/Transit mit Mars/Transit eine Konjunktion bildete sondern auch eine Konjunktion mit  Zeus/radix. Dazu sehen wir in der Oppositionsstellung  Saturn/t  im Schützen stehen. Somit kann man dieses Kongleremat an Planetenstellungen so Interpretieren: Mars/t/Ac/t: Ausein-andersetzung mit anderen, evt. Gewalttat hinnehmen müssen. Streitigkeiten, Konflikte. In Kombination mit Zeus/r: Verletzung durch Feuer oder Feuerwaffe (!). Die Opposition Saturn/t auf Mars/t/Ac/t: Durch Handlungen anderer von etwas Getrennt werden (hier: das Leben!). Saturn/t in Opposition zum Zeus/r: Verlustreiches Schaffen. Unter Hinzunahme von Mars/t unter der Perspektive Saturns gesehen: Verwundung oder Tod durch Feuer oder Schusswaffe. Wir sehen am Saturn/t dem Kürzel „SP“. SP bedeutet „Substanzpunkt“ und ist ebenfalls eine von mir, auf der Basis eines Planetenformels kreierter sensitiver Punkt im Horoskop und ist positionsmäßig immer abhängig von den Planeten- und Häuserpositionen im Horoskop, sie bewegt deshalb so zu sagen mit. Mit  "Substanz", dass Wort sagt es schon, geht es um dass was inhaltlich da ist, wobei es mir in erster Linie nicht darum geht, was es auf einen bestimmten Punkt im Horoskop bedeutet, sondern sehr wohl darum, welcher Planeten damit verbunden sind: DASS ist nämlich die Substanz!  Im Attentatshoroskop liegt also die Substanz genau in die gerade genannten Konstellationen!

Was deutet denn noch mehr auf das Attentat an dem für Carl Unger so fatalen Tag 4. Januar 1929? Die genannte Asz/r Konjunktion Pluto/r für sich genommen habe ich bereits beschrieben, aber wir sehen ebenfalls ein Spannungsaspekt zum MC/t und Mondknoten/t (Konjunktion): Damit wird der Einfluss der Umwelt Carl Ungers umschrieben: Wandlungen am Ort (hier Nürnberg!), Beeinflussen die persönliche Entwicklung und die Anknüpfungen des Geborenen nachhaltig. Dann haben wir, zwar in einer Distanz von etwas mehr als 5°; aber was bei langsam laufenden Planeten immer noch als eine Konjunktion betrachtet werden kann,  die Konstellation von Uranus/r mit Neptun/t:  Plötzlich mattgesetzt oder lahmgelegt. Tote Personen. Bewusstlosigkeit. Übergang ins Jenseits. In der Konstellation Mond/t Opposition Neptun/r ist einen Komatösen Zustand die ins Gesamtgefüge auch gewiss eine Rolle gespielt haben mag, zu finden. Dann gibt es noch dass Spannungsaspekt von Mars/r zu Neptun/t, was durchaus als eine lahmgelegte Tätigkeit angesehen werden kann. Abschließen möchte ich diesen, für Carl Unger verhängnisvollen Tag mit zwei Konstellationen: nämlich die des Saturns/t im 8. Haus/r, welches sein  Leben unerwartet verkürzte und die Kombinationskonstellation Admetos/t mit Uranus/t wobei es um plötzliche bruchartige Trennungen, um Erschütterungen, ja um Mord geht! Schicksalhaft ist diese Konstellationes  erst recht geworden, weil ausgerechnet die Sonne/r Carl Ungers sich in unmittelbare Nähe dieses Gespanns befand, wobei im Hintergrund womöglich der Hades/t (anomale erschwerte Verhältnisse, Geschehnisse mit üblem Beigeschmack) wohl die Fäden gezogen haben dürfte.

Bemerkung:

Bemerkenswert sind von beiden Ereignissen die (ungewollten) Ergebnissen der Uhrzeit-Berechnungen: 14:56 Uhr. Während bei der Berechnung für die Schussverletzung der nahezu gradgenauer (geschobenen) Transitposition Uranus/Saturn auf 25° Skorpion (und damit dass Quadrat zum Uranus/radix) im Vordergrund stand, war es beim Attentat die GeburtsZeitFormel welches diese Uhrzeit entstehen ließ. Es handelt sich also nicht um einen Irrtum oder Verwechslung irgendeine Zeitangabe.


H. J. Woorts

April 2015, Kleinmachnow



 

 
   
 
Herzlich Willkommen