stella anthroposophica
  Steiner Geburtstag-Forschung
 

 

Rudolf Joseph Lorenz Steiner (* 27. Februar 1861 in Kraljevec bei Čakovec, damals Königreich Ungarn und  Kaisertum Österreich, heute Kroatien; † 30 März 1925 in Dornach, Schweiz) war ein österreichischer Esoteriker und Philosoph. Er begründete die Anthroposophie, eine gnostische Weltanschauung, die an die christliche Theosophie, das Rosenkreuzertum sowie die idealistische Philosophie anschließt und zu den neumystischen Einheitskonzeptionen der Zeit um 1900 gezählt wird. Auf Grundlage dieser Lehre gab Steiner einflussreiche Anregungen für verschiedene Lebensbereiche, etwa Pädagogik  (Waldorf-Pädagogik), Kunst ( Eurythmie, Anthroposophische Architektur), Medizin (Anthroposophische Medizin) Heilpädagogik und Landwirtschaft. (Biologisch-dynamische Landwirtschaft)

25. Februar 1861 oder 27. Februar 1861? 
In seine Autobiographie nennt Rudolf Steiner den 27. Februar 1861 als Geburtstag, jedoch liegt auch ein handschriftliches autobiografisches Fragment vor, wo er den 25. Februar als Geburtstag angibt. Dieses Dokument war allerdings nur für interne Kreise bestimmt. Es heißt dort: "Meine Geburt fällt auf den 25. Februar 1861. Zwei Tage später wurde ich getauft." (Quelle: Beiträge zur Rudolf-Steiner-Gesamtausgabe, Heft 49/50 - Ostern 1975). Die Unstimmigkeit im Geburtsdatum Rudolf Steiners rührt daher, dass in dem katholischen Kirchenbuch, wie es früher oft geschehen ist, der Tag der Taufe und nicht der Geburtstag eingetragen wurde. Aktuell wird dieser Thematik wieder mit einigen Beiträgen, auch mit kontroversen Sichtweisen,  erneut aufgegriffen. In astrologischen Fachkreisen wird dieser „Doppelt-Geburtstag“ selbstverständlich ebenfalls diskutiert. 

Geburtstagsermittlung aus astrologischer Sicht 
Um zu einen astrologisch fundierten „Geburtstagsfindung“ zu kommen, ist es naheliegend zu untersuchen welche entscheidenden Unterschiede in den zwei in Betracht kommenden Geburtstagshoroskopen zu finden sind. Im Vergleich der zwei Horoskope ist festzustellen dass die Positionen der Planeten sich, sagen wir milde ausgedruckt „geringfügig“ geändert haben. Hier den tabellarischen Vergleich:

 

Festzustellen ist dass die Mondposition sich am meisten, am deutlich sichtbarsten verändert hat (Siehe Differenzen in der Tabelle rechts). Liegt hier etwa der Schlüssel zur Lösung des Rätselratens um den richtigen Geburtstag? Nachfolgend wollen wir diesen beiden Mondpositionen genauer ansehen.

Horoskopvergleiche, bezogen auf der Mondposition

25.02.1861 und 27.02.1861, 23:09 Uhr (Korrig. Zeit), (tropisch)

Während sich der Mond im 25.02.1861-Horoskop im Tierkreiszeichen Jungfrau befindet sehen wir im 27.02.1861-Horoskop (S. Abb. Oben) der Mond im Tierkreiszeichen Waage. Allen anderen Planeten haben sich nur „geringfügig“ Positionsbezogen verändert. Der Abstand der zwei Mondpositionen beträgt 30° 06’ 57, dass ist aus der Betrachtung der Interpretation sehr groß und bewirkt natürlich eine qualitativ völlig andere Aussage. Die im folgenden aufgereihten Konstellationen wurden nach Genauigkeit sortiert.

Mond/Jungfrau (Horoskop 25.02.1861) hat folgende Stichwortmäßig aufgeführten Aussagen: Verstand überwiegt, Gefühle können demzufolge Verstandesmäßig gesteuert werden, praktische Erwägungen, Methodik, Sorgfalt, Ordnungsliebe, Korrektheit, Einfachheit, Pedanterie, praktische Lebenseinstellungen.  

Im geburtshoroskop gibt es nur einen Aspekt (!) des Mondes im klassischen Sinne der Planetenreihe nämlich das Trigon zum Mondknoten/Steinbock:  Frauenverbindungen, Viel Wechsel in den Verbindungen, Volksgemeinschaft, Volksversammlungen, Völkerbündnisse sind die dazugehörigen Stichworte.

Mit Unterstützung der Technik der Hamburger Schule und deren hypothetischen Planeten können Horoskope noch differenzierter betrachtet werden. Folgende Aspekte sind damit in Betracht gezogen werden: 

Aszendent / Apollon: Andere sind gleichgestellt. Viele bekannte oder Kundschaft haben.  Bekanntschaft mit Vertretern von Handel, Handwerk oder Wissenschaft, der Öffentlichkeit bekannt werden, Frauen als Kunden haben.

Saturn / Neptun: Gewohnheit, Dinge von langer Dauer. Krankheit. Heimtückische Krankheiten. Langes Siechtum. Seuchen. Chronische Zustände. Kranke oder schwächlichen Personen. Volkskrankheiten.

Mars = Mond / Merkur : Denkfähigkeit, Vorstellungsvermögen. Klarheit und Schärfe.
Kurz entschlossen Handeln.

Mond = Admetos / Sonne: Persönliche Einstellung zum Tod (Karmagedanke) 

Mond =  Mondknoten / MC: Seelische Verbindungen in der Öffentlichkeit.

Mond = Merkur / Uranus: Praktisches Denken, progressive Gedanken. Logik. Theoretisches und praktisches mit einander verbinden.

Mond = Poseidon / Saturn: Geistig tiefgehendes Einfühlungsvermögen besitzen. Auf Ablehnung und Missverständnisse stoßen.

Mond = Merkur / Zeus: Schöpferisches Denken. Durch originelle Gedanken an die Öffentlichkeit kommen.

Mond = Apollon / Cupido: In vielen Stunden etwas erfahren.

Mond = Mars / Poseidon: Seelische Willenstrieb. Der geistigen Dingen gewidmete Arbeitsstunden. Die Arbeitszeit in geistigen Berufen.

Mond = Aszendent / Admetos: Von anderen in die Öffentlichkeit gebracht werden. Widerstände in die Öffentlichkeit.

Mond = Admetos / Apollon: Innere Einkehr. Viele sind eng bei einander.

Mond = Admetos / Uranus: Plötzliche Revolten, Aufstand.

Mond = Kronos / Vulkanus: Mächtige Behörden, Vorstand.

Mond = Poseidon / Mondknoten: Menschen die für geistige Dinge Empfänglich sind, mediale Veranlagung. Mit geistig aufnahmebereiten Menschen zusammen sein, in Verbindung stehen.

Mond = Neptun / Pluto: Empfängliches Gehirn,  seelische Empfänglichkeit. Feingefühl, Hochempfänglichkeit.

Mond = Apollon / MC: Ausbreitung eines Volkes. Seelische Weite. Großzügig veranlagt sein.

Mond = Sonne / Neptun: Sensitiv, Medial, Anfällig für Krankheiten. Sensibilität für Stimmungen und Gefühlen.

Mond = Apollon /  Jupiter: Glückliche Stunden mit vielen verbringen.

Mond = Poseidon /  Sonne: Täglich wiederkehrenden Stunden der geistigen Empfänglichkeit. Täglich mit geistig empfänglichen Menschen umgehen.

Mond = Saturn / Zeus: Stunden des Alleinseins. Vom Gatten getrennt sein.

Mond = Mondknoten Jupiter: Viel Wechsel in den Verbindungen. Volksversammlungen. Glückliche, sich ausbreitenden Verbindungen.

Mond = Mars / Hades: Ungewöhnlicher Tod, schwere Erkrankung.

Mond = Pluto / Hades: Üble Veränderung oder Verschlimmerung der Lage. Über Mißstände empörtes Volk.

Mond = Uranus / Neptun: Krise, Revolution, Verwirrung im Volk.

Mond = Mondknoten / Cupido: Verbindungen die zum Zusammenschluss führen.

Mond = Uranus / Zeus: Vibrierende Bewegung, Volksaufstände, Aufruhr. Angespannter Schaffenskraft. Willensstarkes Volk

Mond = Uranus / hades: Erregung über Mißstände.

Mond = Vulkanus / Poseidon: Die Exekutivgewalt. Das machtvolle Gemüt. Großes Aufsehen erregen. Durch auftreten, Haltung oder Weltanschauung auffallen.

Soweit die  Aspekte des Mondes  im Tierkreiszeichen Jungfrau.

Nun der Blick auf Horoskop 2:

Mond/Waage (Horoskop 27.02.1861):  Lebhafte Äusserung der Empfindungen, Verbindlichkeit, Liebebedürfnis, Abhängig vom Partner, Geselligkeit, - Nachsicht gegen sich selbst, mangel an Selbstverantwortung, Äußerlichkeiten, Schicksalhafte Partnerschaften.

Folgende Aspekte sind mit dem Mond im Waage verbunden:

Mond = Mars / Neptun: Nervenschwäche, geschwächtes Seelenleben

Mond = Uranus / Hades: Das Verzichten oder Entsagen. Plötzlich hereinbrechende Sorge.

Mond = Merkur / Pluto: Vom Denken zum Erkennen. Veränderung im öffentlichen Denken.

Mond = Venus / Vulkanus: Das Fühlen. Das Lieben. Verlangen nach öffentlichem Hervortreten.. Dinge denen man in der Öffentlichkeit Aufmerksdamkeit schenkt.

Mond = Merkur / MC: Denkfähigkeit, Sehr geschäftig sein. Die eigene seelische Beweglichkeit.

Mond = Hades / Apollon: Das Verzichten oder Entsagen. Für viele Sorgen.

Mond = Poseidon / Mars: Der Einfluss des Geistes auf die Seele. Menschen die für geistige Dinge empfänglich sind. Hochgeistige Tätigkeit auf okkultem Gebiet.

Mond = Apollon / Vulkanus: Virtuosität. Routine. In einer mächtigen Gemeinschaft sein.  Durch eine Gemeinschaft mächtig in die Öffentlichkeit kommen.

Mond = Sonne / Neptun: Differenzen auf Grund innere Spannungen, Täuschungen, Missverstandnisse.

Mond = Mars / Zeus: Wachbewusstsein. Das tätige Gehirn. Die Arbeitszeit nutzen.

Mond = MC / Zeus: Die eigenen schöpferischen Fähigkeiten, Tatendrang. Das eigene Schaffen steht im Zusammenhang mit Frauen und/oder die Öffentlichkeit.

Mond = Saturn/Admetos: Geduld, Dauer. Lange Zeit: Schwierigkeiten gegenüber stehen.

Mond = Uranus / Poseidon: Geistig lebhaft. Wahrheit, Licht, Lichtträger. Stunden geistiger Spannung und Aufmerksamkeit. Personen die geistig Rege sind oder von einer Idee erfasst sind.

Mond = Sonne / Poseidon: Der eigene Geist. Vergeistigung des Körpers.  Geist- oder Astralkörper. Feinfühligkeit für geistige Dinge.

Mond = Saturn / Asz.: Hemmende Veränderungen in der Umwelt. Ländlche Umwelt.

Mond = Neptun / MC: Empfängliches Gehirn. Feingefühl. Sensibilität. Empfindlichkeit.

Mond = Uranus / Merkur: Interesse. Aufmerksamkeit. Stunden der Spannung und Entspannung. Unter Hochspannung. Denken und Kommunizieren.

Mond = Neptun / Pluto: Wandlungen, deren Bedeutung erst in der Zukunft erkannt werden. Geheimnisvolle Personen. Seelische Wandlungen.

Mond = Jupiter / Vulkanus: Das Glauben. Glückliche Stunden durch erfolgreiches mächtiges Schaffen.

Die Stundenherrscher und Tagesherrscher / Vergleich 
Neben dem Vergleich der verschiedenen Mondpositionen (25.02 .: Mond in der Jungfrau, Mond in der Waage: 27,02) in beide Geburtshoroskope ist es vielleicht interessant zu sehen welche Planeten an diesen beiden Tagen herrschten: Tatsache ist, dass bei der Geburt, am 25.02.1861 der Mond der Tagesherrscher war und Mars der Stundenherrscher. Als Konjunktion betrachtet, finden wir diese astrologische Aussage: "emotionaler und energischer Kämpfer" Als analoge Möglichkeiten: "Starke gefühlsbetonter Wille, kraftvolles und zielbewusstes Wesen, starke innere Spannungen, Auflehnung gegen Einschränkung und Zwang, Unduldsamkeit".

Bei der Geburt am 27.02.1861.ist der Tagherrscher Merkur und der Stundenherrscher Jupiter: logisches Denken, Konzentration, organisatorische Fähigkeiten, Methodik, philosophisches Denken" und als weitere analoge Möglichkeiten:"Vertiefung in philosophische Probleme, Reisen. Menschen mit dieser Konstellation sind. Denker, Philosophen.

Eine völlig andere Analyse-Vergleichsmöglichkeit um herauszufinden an welchen Tag Rudolf Steiner nun Geboren sein könnte, hat der Begründer der Anthroposophie uns, die Welt, selber gegeben indem er von zwölf Weltanschauungen und von sieben Seelenstimmungen sprach. (Vorträge in Berlin 1914). Die zwölf Weltanschauungen oder Geistestierkreisbilder und die sieben Seelenstimmungen die mit den Planeten der Chaldäischen Reihe korrespondieren, können helfen zum richtigen Geburtstag zu führen. Auch hier soll der Vergleich über die Mondposition stattfinden.

Geistestierkreisbild und Seelenstimmung
"Durch die Konstellation, die durch die Seelen-Weltanschauungsstimmungen gegeben ist, die das planetarische Element sind, und durch die Welt-Anschauungsnuance, die das Element des Geistes-Tierkreises sind, wird das hervorgerufen, was der Mensch als seine Weltanschauung in irgendeiner Inkarnation durch die Welt trägt“ .  Rudolf Steiner
 
Die Frage mit dem wir uns aus der Sicht der Weltanschauung und der seelischen Stimmung beschäftigen sollen lautet demnach:

War Rudolf Steiner  ein Okkultist des Realismus,
oder ein Okkultist des Phänomenalismus ?
 
Für das Tierkreiszeichen Jungfrau (Mondposition 25.02.1861) hat Rudolf Steiner die Weltanschauung „Phänomenalismus“ zugeordnet und für das Tierkreiszeichen Waage (Mondposition 27.02.1861) die Weltanschauung „Realismus“. Der Mond besitzt nach Rudolf Steiner die seelische Stimmung des Okkultismus:
 
*) Die Seelenstimmung des Mondes, also der Okkultismus, beschreibt Rudolf Steiner folgendermaßen: „Diese Welt ist Maja, und man muss auf eine andere Weise als durch das äußere Wahrnehmen der Sinne und die gewöhnlichen Erkenntnismittel das Innere der Dinge suchen. Das ist Okkultismus. Man kann wiederum durch alle Geistes-Tierkreiszeichen hindurch Okkultist sein. Man kann durchaus Okkultist auch sogar des Materialismus sein. Ja, die vernünftigeren Naturforscher der Gegenwart sind alle Okkultisten des Materialismus, denn sie reden von „Atomen“. Wenn sie nicht unvernünftig wären, würde es ihnen gar nicht einfallen, zu behaupten, dass mit irgendeiner Methode an das Atom herankommen kann. Das Atom bleibt im Okkulten. Sie lieben es nur nicht, Okkultisten genannt zu werden, aber sie sind es im vollsten Sinne des Wortes“.
 
Horoskop 25. Februar 1861, Mond im Jungfrau, Weltanschauung Phänomenalismus:
*) "Man kann sagen: Gewiss, ich halte mich an die Welt, die mich ringsherum umgibt. Aber ich behaupte nicht, dass ich ein Recht habe zu sagen, diese Welt sei die wirkliche. Ich weiss nur von ihr zu sagen, dass sie mir erscheint. Und zu mehr habe ich überhaupt nicht Recht, als zu sagen: Diese Welt erscheint mir. Ich habe kein Recht, von ihr mehr zu sagen. - Das ist also ein Unterschied. Man kann von dieser Welt, die sich um uns herum ausbreitet, sagen, sie ist die reale Welt. Aber man kann auch sagen: Von einer anderen Welt kann ich nicht reden; aber ich bin mir klar, dass es die Welt ist, die mir erscheint. Ich rede nicht davon, dass diese Welt von Farben und Tönen, die doch nur dadurch entsteht, dass sich in meinem Auge gewisse Prozesse abspielen, die sich mir als Farben zeigen, dass sich in meinem Ohr Prozesse abspielen, die sich mir als Töne zeigen und so weiter, dass diese Welt die wahre ist. Sie ist die Welt der Phänomene. - Phänomenalismus ist die Weltanschauung, um die es sich hier handeln würde." (*Lit: GA 151, S 42)
 
Horoskop 27. Februar 1861, Mond im Waage, Weltanschauung Realismus:
"Es kann Menschen geben, die sagen: Ja, ob es nun in der Welt der Wahrheit nur Materie oder nur Geist gibt, darüber kann ich nichts Besonderes wissen; darauf kann sich das menschliche Erkenntnisvermögen überhaupt nicht beziehen. Klar ist nur das eine, daß eine Welt um uns ist, die sich ausbreitet. Ob ihr das zugrunde liegt, was die Chemiker, die Physiker, wenn sie Materialisten werden, die Atome der Materie nennen, das weiß ich nicht. Ich erkenne aber die Welt an, die um mich herum ausgebreitet ist; die sehe ich, über die kann ich denken. Ob ihr noch ein Geist zugrunde liegt oder nicht, darüber etwas anzunehmen, habe ich keine besondere Veranlassung. Ich halte mich an das, was um mich herum ausgebreitet ist. - Solche Menschen kann man mit etwas anderer Wortbedeutung, als ich das Wort vorher brauchte, Realisten nennen und ihre Weltanschauung Realismus." (*Lit.: GA 151, S. 36)
 
*)GA 151 – (1991) Der menschliche und der kosmische Gedanke – Rudolf Steiner. Rudolf Steiner Verlag, Dornach / Schweiz
 
Das Rudolf-Steiner-AUM-Horoskop


 

Kleinmachnow, aktuallisiert: 26 Februar 2016
Hendrik Woorts

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